Eugen-Biser-Stiftung
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VERSTEHEN - VERMITTELN - LEBEN

 

Um der vielgestaltigen Situation von Religion in der Gesellschaft begegnen zu können, sind Kompetenzen notwendig, die auf Wissen, Begegnung und Erfahrung fußen. Neben der Wissensvermittlung gilt es, Menschen konkrete Gesprächs- und Begegnungssituationen zu ermöglichen, um so miteinander in Kontakt treten zu können. Die Eugen-Biser-Stiftung hat hierfür drei Handlungsbereiche entwickelt, in denen sie ihr Leitmotiv und Selbstverständnis als Brückenbauer umsetzt: Interreligiöser Dialog, Bildung sowie Zivilgesellschaftliches Engagement, das heißt verstehen – vermitteln – leben.

INTERRELIGIÖSER DIALOG

Das Eigene und das Andere verstehen

Der Interreligiöse Dialog ist eine Möglichkeit, dem Anderen und Fremden zu begegnen. Die entscheidende Voraussetzung für eine solche Begegnung ist die eigene Offenheit, das Selbstverständnis und die Lebenspraxis des Anderen vorurteilsbewusst kennenlernen zu wollen. Mit diesem Zugang, das Eigene durch das Andere zu verstehen, sollen die Dialogpartner und -partnerinnen Handlungsstrategien für ein gemeinsames Zusammenleben entwickeln, das auf gegenseitigem Respekt und Anerkennung der Unterschiedlichkeit basiert. Die Eugen-Biser-Stiftung nimmt hierbei eine vermittelnde Position ein und lädt hierzu verschiedene Akteure, also religiöse Experten, Theologen, Gläubige und Interessierte aus Christentum, Judentum, Islam und säkularen Weltanschauungen ein. Der Dialog der Religionen ist dabei immer in einen gesellschaftlichen Kontext eingebettet und knüpft an die Lebensrealitäten der Beteiligten sowie an Fragen des gesamtgesellschaftlichen Zusammenhalts. Religionen und Weltanschauungen werden dabei als prägende Bestandteile von Kultur und Gesellschaft verstanden, deren theologische und weltanschauliche Positionen vor dem Hintergrund des demokratischen Grundsatzes von Menschenwürde und Freiheitsrechten diskutiert werden.

BILDUNG

Religionsbezogene Kompetenz vermitteln

Die Referentinnen und Referenten der Stiftung vermitteln in themenorientierten Workshops und Schulungen interreligiöse Kompetenz und nehmen dabei stets die jeweiligen Lebensrealitäten der Teilnehmenden als Arbeitsgrundlage. Was bedeutet aber interreligiöse Kompetenz?
Interreligiöse Kompetenz meint eine Sprachfähigkeit zu entwickeln, in der Religionen als prägender Teil von Kultur und Gesellschaft verstanden wird. Religionen sind Wissenssysteme, die in Form von kulturellen Codes, als Begriffe und Konzepte aber auch als Bilder und Symbole, Gesellschaft und Lebenswelten prägen und wiederum davon geprägt werden. Ziel dieser Kompetenzentwicklung und -stärkung ist es, diesen wechselseitigen Prozess sichtbar zu machen sowie Jugendlichen und jungen Erwachsenen auf ihrem Weg zu selbstbestimmten, wissenden, verstehenden und dialogfähigen Akteuren einer Gesellschaft zu unterstützen, in der religiöse Pluralität und Deutungsvielfalt normal ist. Die interreligiöse Sprachfähigkeit als Kernkompetenz bildet dabei die Grundlage, eine reflektierte Haltung einnehmen zu können sowie vorurteilsbewusst und wissensbasiert, gesellschaftliche und religiöse Vielfalt zu diskutieren.

ZIVILGESELLSCHAFTLICHES ENGAGEMENT

Religiöse Vielfalt und Toleranz leben

Die heutige Gesellschaft ist geprägt von kultureller und religiöser Vielfalt. Diese Pluralität gehört zum Alltag und ist Teil unserer Realität. Damit eine solche Gesellschaft gut funktioniert und der gesellschaftliche Zusammenhalt weiterhin erhalten bleibt, ist es wichtig die Teilhabe aller Menschen zu fördern und vor allem die Verständigungsprozesse zwischen den einzelnen Menschen zu intensivieren. Denn gerade die gesellschaftliche Vielfalt kann zu Vorurteilen und Unsicherheiten im Miteinander führen. Um diesen entgegenzuwirken und ein akzeptierendes und vertrauensvolles Verhältnis zu schaffen, müssen Wissen und Handlungskompetenzen gestärkt werden. Hierfür initiiert die Eugen-Biser-Stiftung Projekte für Multiplikatoren und Multipliaktorinnen in der Jugend- und Erwachsenenarbeit, bspw. für Kulturdolmetschern, Integrationslotsen oder Helferkreise für Geflüchtete. Ziel dieser Projekte für das zivilgesellschaftliche Engagement ist es, die Bedingungen und Werte einer pluralen und freiheitlich-demokratischen Gesellschaft zu verwirklichen und religiöse Vielfalt und Toleranz lebbar zu gestalten.