Eugen-Biser-Stiftung
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2016

Erfolgreiche Christlich-Islamische Studienwochen

Bereits 300 Brückenbauer sind aus den christlich-islamischen Studienwochen hervorgegangen, die vor zehn Jahren ins Leben gerufen worden sind.

Seit 2007 diskutieren jeweils für eine Woche rund 30 muslimische und christliche Studierende über Fragen des Zusammenlebens in Europa. Die Teilnehmenden sind international zusammengesetzt. Sie studieren an verschiedenen Universitäten in Deutschland, Österreich, Schweiz, Bosnien oder der Türkei. Organisiert wird die Studienwoche zu "Christlich-Islamischen Beziehungen im europäischen Kontext" durch die Akademie der Diözese Rottenburg-Stuttgart und seit 2012 gemeinsam mit der Eugen-Biser-Stiftung. Die beiden Institutionen wollen so ein gemeinsames Zeichen für den christlich-islamischen Dialog setzen: "Die intensiven Kontakte ermöglichen eine direkte und nachhaltige Begegnung, die weit hinausgeht über das, was ansonsten in der universitären Lehre oder im studentischen Leben möglich ist", so Stefan Zinsmeister, der die Studienwoche vonseiten der Eugen-Biser-Stiftung leitet.

Theologen als Brückenbauer in die Gesellschaft

Die christlich-islamische Studienwoche vermittelt jungen muslimischen und christlichen Theologen die Dialogkompetenz, die sie als zukünftige Multiplikatoren und Brückenbauer, d.h. als Pfarrer, Imam, Religionslehrer, Berater oder Angestellter in Religionsgemeinden und in Kommunen und Behörden dringend brauchen. "Mir geht es darum, bei innerkirchlichen Debatten über christlich-islamische Beziehungen Stellung beziehen zu können – und auch in der Gesellschaft über den Islam sachlich Auskunft geben zu können und so gegen Vorurteile und polemische Aussagen anzukämpfen", so eine christliche Teilnehmerin.

Religionen in der säkularen Gesellschaft

Im Zentrum der Studienwoche steht das Verhältnis der Religionen zueinander in einem freiheitlich-demokratischen Staat. Wie können die theologischen Ethiken ihre Anliegen einbringen in eine säkulare und religionsplurale Gesellschaft? "Es ist in einer pluralen Situation enorm wichtig, dass die Studierenden ihren eigenen Erkenntnishorizont erweitern und intertheologische Kompetenz einüben", so Ertugrul Sahin, islamischer Ethiker an der Goethe-Universität Frankfurt und muslimischer Co-Organisator der Studienwoche.
In einem Planspiel erproben die Teilnehmenden, wie Muslime, Christen und säkulare Akteure konstruktiv mit bioethischen Herausforderungen umgehen können. Im geschützten Raum der Studienwoche werden unter Begleitung von christlichen und muslimischen Wissenschaftlern aber auch strittige Fragen über das jeweilige Gottesbild behandelt. Eine muslimische Studentin hebt die gesamtgesellschaftliche Relevanz dieser Fragen hervor: "Der Dialog kann das friedliche Zusammenleben in der Gesellschaft fördern und beitragen zu gesellschaftlichen Problemen, die gerade auch Muslime betreffen."

Zehn Jahre Studienwoche

Seit inzwischen zehn Jahren besteht das Format der Studienwoche und erfreut sich anhaltender starker Nachfrage. Bereits mehr als 300 zukünftige Multiplikatoren haben daran teilgenommen. "Noch heute merkt man in der Begegnung mit Teilnehmenden der früheren Jahre, dass die Begeisterung und auch die Kontakte fortwirken", beobachtet Christian Ströbele, Fachbereichsleiter für Interreligiösen Dialog der mitveranstaltenden Akademie der Diözese Rottenburg-Stuttgart.

Preisträger des Essay-Wettbewerbs während der Studienwoche 2017

2018

V.l.n.r.: Dr. Werner Höbsch (Georges-Anawati-Stiftung), Moritz Bohne (3. Preis), Mathias Steixner (1. Preis), Dr. Christian Ströbele (Katholische Akademie der Diözese Rottenburg-Stuttgart), Annalena Sieveke (2. Preis), Erdoğan Karakaya (Eugen-Biser-Stiftung); Foto: Katholische Akademie der Diözese Rottenburg-Stuttgart.

Neue Impulse für den interreligiösen Dialog
Für ihre herausragenden Beiträge zu aktuellen Fragen der christlich-islamischen Beziehungen wurden drei Preisträger des Essay-Wettbewerbes der Georges-Anawati-Stiftung ausgezeichnet. Die Preisverleihung fand im Rahmen der Tagung des "Theologischen Forums Christentum - Islam" am 15. März 2018 in der Akademie der Diözese Rottenburg-Stuttgart statt.

Mit dem 1. Preis wurde Mathias Steixner ausgezeichnet für seinen Essay "God has left the building – Gott begegnen im interreligiösen Dialog". Mathias Steixner absolviert an der Donau-Universität Krems das Studienprogramm „Interreligiöser Dialog".
Für ihren Essay "Die Dekonstruktion binärer Kategorien als Chance für den christlich-islamischen Dialog – Das Aufbrechen von Geschlechterhierarchien als Desiderat muslimischer und christlicher Theologinnen" wurde Annalena Sieveke der 2. Preis verliehen. Sie studiert in Münster katholische Theologie und Latein in Verbindung mit dem Studiengang „Christentum in Kultur und Gesellschaft".
Der 3. Preis ging an den muslimischen Studenten und Musiker Moritz Bohne für seinen Essay "Ästhetik als Chance für den interreligiösen Dialog". Moritz Bohne studiert „Islamische Studien" in Frankfurt/Main.

Die Essays sind hervorgegangen aus der Studienwoche "Christlich-Islamische Beziehungen im europäischen Kontext", die von der Eugen-Biser-Stiftung und der Akademie der Diözese Rottenburg-Stuttgart veranstaltet und auch 2018 vom 30. September bis zum 5. Oktober stattfinden wird.

» Die Essays sind auf der Homepage der Georges-Anawati-Stiftung veröffentlicht.

Programm der Christlich-Islamischen Studienwoche 2017

Christlich-Islamische Beziehungen im europäischen Kontext

Studienwoche für Studierende und junge WissenschaftlerInnen

Die europäische Geschichte ist nicht nur die Geschichte des "christlichen Abendlandes", sondern auch von Judentum und Islam geprägt. Auf welchen ethischen Grundlagen kann das Zusammenleben in Europa gelingen?

Hier geht es zum ausführlichen Programm der Studienwoche vom 1.-6. Oktober 2017.