Dialogveranstaltung im Libanon mit dem Lexikon des Dialogs

Internationale Konferenz „Religions Across Borders“ an der Universté Saint Joseph in Beirut

Das von der Eugen-Biser-Stiftung herausgegebene „Lexikon des Dialogs. Grundbegriffe aus Christentum und Islam“ war Ausgangspunkt der internationalen Konferenz „Religions Across Borders“, die die Eugen-Biser-Stiftung gemeinsam mit den beiden libanesischen Universitäten, der Université Saint-Joseph de Beyrouth und der Notre Dame University – Louaize (NDU) sowie dem Katholischen Akademischen Austauschdienst (KAAD) und der Anna Lindh Foundation am 21. September 2026 in Beirut veranstaltet hat.

68 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler sowie Menschen aus der interreligiösen Dialogarbeit brachten ihre Erfahrungen aus Forschung und Praxis ein. Die Beiträge näherten sich der gesellschaftlichen Rolle von Religion aus unterschiedlichen Richtungen. Unsere Vorsitzuende des Wissenschaftsrats Prof. Dr. Elisabeth Naurath von der Universität Augsburg nahm die Situation der Religionen in Deutschland in den Blick. Dr. Marguerite El Asmar Bou Aoun von der Université Saint-Joseph und P. Georges Antaby, Ph.D, EMBA von der NDU konzentrierten sich auf religiöse Autorität. Prof. Dr. Pasacal Monin der das Gespräch moderierte, fragte in seiner Einführung, ob junge Menschen sich von religiösen Institutionen abwenden oder neue Formen suchen, ihre spirituellen, ethischen und gesellschaftlichen Anliegen auszudrücken. Daran knüpfte er die Frage, welche Rolle Bildung spielt: Wie können junge Menschen lernen, ihre eigenen Überzeugungen zu vertreten und die Überzeugungen anderer ernst zu nehmen? Wie interreligiöser Dialog praktisch gestaltet und vermittelt werden kann, war Thema der Beiträge von Nils Fischer, Leiter des Referats Naher und Mittlerer Osten des KAAD, und Dr. Thomas Würtz, Dozent an der Freien Universität Berlin.

Neben der Arbeit des KAAD ging es um die Ausbildung für den Dialog und um das von der Eugen-Biser-Stiftung herausgegebene Lexikon des Dialogs. Das Werk stellt christliche und muslimische Sichtweisen auf zentrale Begriffe dar. An seiner arabischen Übersetzung haben Alumni und Partner des KAAD mitgearbeitet; bei der Konferenz wurde das Handbuch an Vertreter der beteiligten Fachbereiche überreicht. Das Lexikon des Dialogs liegt mittlerweile in vier Sprachen vor: Deutsch, Türkisch, Arabisch, Englisch.

Interview mit Mitherausgeber Prof. Dr. Martin Thurner, anlässlich des Erscheinens der englischen Fassung im Dezember 2025