Religiöse Sprache ist immer mehrdeutig: Sie spricht von Hoffnung, Trost und Vertrauen, richtet aus auf Transzendenz – und trifft zugleich auf konkrete gesellschaftliche Wirklichkeiten. Zwischen Heilszusage und politischem Anspruch entsteht ein Spannungsfeld, das religiöse Traditionen seit jeher begleitet und heute unter veränderten Bedingungen neu zu bedenken ist.
Die Podiumsdiskussion am 09, März 2026 »Zwischen Heilsbotschaft und politischem Statement« – Religiöse Rede im öffentlichen Raum, organisiert von der Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit München und Oberbayern und der Eugen-Biser-Stiftung in den Räumen der Carl Friedrich von Siemens Stiftung widmete sich diesem Spannungsfeld.
Es diskutierten Erzbischof Dr. Reinhard Kardinal Marx vom Erzbistum München und Freising, Rabbiner drs. Edward van Voolen aus Berlin sowie Dr. Esnaf Begić vom Institut für Islamische Theologie der Universität Osnabrück. Moderiert wurde die Veranstaltung von Irene Esmann vom BR – Baybayererischer Rundfunk.
Das Gespräch machte deutlich: Religiöse Traditionen verfügen über eine Sprache der Hoffnung und der Kritik zugleich. Gerade deshalb ist es wichtig, ihre Rolle im öffentlichen Raum immer wieder neu zu reflektieren.
Kardinal Marx, Rabbiner van Voolen und Imam Begic riefen zum gemeinsamen Schulterschluss: Wir müssen uns aktiv in den gesellschaftlichen Diskurs einbringen. Die religiöse Botschaft ist auch politisch. Die drei Abrahamitischen Religionen verbindet viel mehr als sie trennt: Wir teilen Werte wie Frieden, Gerechtigkeit und Barmherzigkeit.
Ein herzlicher Dank an alle Mitwirkenden und Teilnehmenden für die anregenden Perspektiven und die offene Diskussion. Besonderer Dank gilt der Carl Friedrich von Siemens Stiftung für die großzügige Förderung.