Am 20. und 21. November 2025 fanden im Tageszentrum Hohenheim in Stuttgart die zweitägigen „LearningDays ReViLBa²: Religiöse Vielfalt an Schulen gestalten in Bayern und Baden-Württemberg“ statt. Der Fachtag richtete sich an Schulleitungen, Lehrkräfte, pädagogische Fachkräfte – und Multiplikator:innen. Ziel war es, in entspannter und zugleich produktiver Atmosphäre mit verschiedenen Akteur:innen über die religiöse und kulturelle Vielfalt im Schulalltag zu diskutieren und Netzwerke zu knüpfen, die die Handlungskompetenzen im Umgang mit ebendieser Vielfalt weiter stärken. Für den intensiven Austausch reisten etwa 90 Teilnehmer:innen an.
Die Tagung wurde von den Organisator:innen Stefan Zinsmeister (Vorstandsvorsitzender Eugen-Biser-Stiftung), Dr. Sabine Exner-Krikorian (Programmleitung Interreligiöse Demokratiebildung, Eugen-Biser-Stiftung) und Dr. Christian Andreas Ströbele (Fachbereichsleitung Interreligiöser Dialog, Akademie der Diözese Rottenburg-Stuttgart) begleitet. Den wissenschaftlichen Rahmen setzten zwei Vorträge von Prof. Dr. Elisabeth Naurath (Universität Augsburg) und Prof. Havva Engin (Pädagogische Hochschule Heidelberg), die die Bedeutung religiöser Vielfalt für Schulen eindrucksvoll theoretisch und statistisch aufzeigten.
Besonders greifbar wurde der Mehrwert des ReViLBa²-Projekts durch Good-Practice-Beispiele im Dialog mit dem Dürer-Gymnasium Nürnberg und der Gerhard-Thielcke-Realschule Radolfzell. Beide Schulen sind Projektschulen, deren kontinuierliches Engagement selbst zentral für den Erfolg interreligiöser Arbeit in Schulen ist.
In zwei Workshop-Phasen hatten die Teilnehmenden die Möglichkeit, sich vertieft zu folgenden Themen mit den Bildungsreferent:innen für Christentum, Islam und Judentum fortzubilden:
– Orthodoxes Christentum in Schulen: Situation und Handlungsbedarfe
– Interreligiöse Demokratiebildung als schulische Profilentwicklung
– Antisemitismus- und muslimfeindlichkeitskritische Bildungsarbeit
– Aufbau eines schulischen Ökosystems für religiöse Vielfalt
– Wirksamkeit von Dialog und Demokratiebildung
Ergänzt wurde das Programm durch einen „Markt der Möglichkeiten“, auf dem zahlreiche Projekte vorgestellt wurden, die Schulen zusätzlichen Mehrwert bieten können.
So kamen während der Tagung neben Schulen, auch Akteur:innen aus den organisierenden Institutionen und praktischen Projekten ins Gespräch, eine Mischung, die von vielen Teilnehmenden geschätzt wurde, da sie über die eigenen institutionellen „Bubbles“ hinausblicken konnten.
Die Tagung bot insgesamt einen wertvollen Rahmen für Austausch und die Vernetzung über religiöse Vielfalt und schloss mit einer Zusammenfassung der wichtigsten Ergebnisse, Erkenntnisse und offenen Fragen.
Im nächsten Jahr wird die Veranstaltung in Tutzing am 25. und 26.11.2026 fortgesetzt.