Am 23. und 24. Juni gestaltete das Team der senior-Bildungsreferent*innen – Selcen Güzel für Islam, Andreas Enders für Christentum und Ruth Zeifert für Judentum – eine Fortbildung für elf Ausbilder*innen und Fachreferent*innen katholischer Religionslehrkräfte an Grund- und Mittelschulen im Bildungshaus Vierzehnheiligen bei Bamberg. Organisiert hatten die Fortbildung Gabriele Marsch und Margit Kaiser vom Erzbischöflichen Ordinariat Bamberg.
Schon nach kurzer Zeit war klar: Wir waren auf eine außergewöhnlich informierte und zugleich ausgesprochen offene Gruppe getroffen. Ob Kindstaufe, interreligiöse Partnerschaften oder Missionierung; die Gespräche waren lebendig und von aufrichtigem Respekt anderen und sich selbst gegenüber geprägt. Immer wieder entwickelten sich spannende Gespräche, die Raum und noch mehr Zeit gebraucht hätten. Am Ende waren wir dankbar, uns gegenseitig erlebt und voneinander gelernt zu haben. Die fränkischen Schulen haben großes Glück, solch reflektierte Multiplikator*innen zu haben.
Verabschiedet wurden wir mit einem christlichen Segen, den wir trotz unserer unterschiedlichen Religionen mit offenen Herzen annehmen konnten. Würde interreligiöser Dialog häufiger von so viel Fachwissen, Wertschätzung, Offenheit und Empathie getragen, wäre das eine große Hilfe für ein Zusammenleben auf Augenhöhe in einer vielfältigen Gesellschaft.
Auch unter uns Bildungsreferent*innen gab es einen solch bereichernden Moment, als wir zu dritt vor dem Hochaltar der Basilika Vierzehnheiligen standen. Unser christlicher Bildungsreferent betrachtete ihn als Darstellung der Dreifaltigkeit: Vater, Sohn und Heiliger Geist. Ganz klar. Die jüdische Bildungsreferentin lächelte und meinte: „Nein nein, der Vater, das ist Gott.“ Die muslimische Bildungsreferentin hingegen ließ den Blick bewusst schweifen; eine bildliche Darstellung Gottes ist ihrem Glaubensverständnis fremd. Drei Menschen, drei religiöse Traditionen, drei ehrliche Zugänge und niemand musste den anderen überzeugen. Stattdessen blieb Raum für ein gemeinsames Schmunzeln. Vielleicht ist genau das interreligiöser Dialog.