Schule ist nicht gleich Schule

Wenn wir verschiedene Schulen besuchen, werden die Unterschiede sichtbar: in den Schulhäusern, den Mensen – und vor allem in der Zusammensetzung der Schülerschaft.

Am 8. Juli waren wir an der Mittelschule Grassau. Auffällig ist die große Heterogenität: Schülerinnen und Schüler mit ganz unterschiedlichen Bildungsbiografien und Voraussetzungen lernen hier gemeinsam. Manche sind nach der Grundschule an die Mittelschule gekommen, andere vom Gymnasium. Viele kommen aus dem Umland, manche mit Migrationsgeschichte, sind unterschiedlich alt, sprechen teilweise mehrere Sprachen. Eine Vielfalt, die wir in dieser Form an anderen Schularten selten erleben.

Um interreligiöse Vielfalt ging es auch am 8. Juli: Als Bildungsteam der Eugen-Biser-Stiftung durften wir den „Tag der Vielfalt“ mitgestalten. In den Workshops haben wir intensiv diskutiert: Wählen ab 16? Social Media ab 16? Schuluniformen? Wehrpflicht? Zu diesen und weiteren gesellschaftlichen Themen wurde selbstbewusst und wortgewandt argumentiert, widersprochen und nachgefragt.

Besonders lebendig wurde es bei den Workshops, die Lehrkräfte der Schule selbst organisiert hatten: Ein Essensworkshop sorgten innerhalb von Sekunden für eine lange Warteschlange und im Reporterworkshop interviewten Schülerinnen und Schüler untereinander. Zum Abschluss gab es einen kurzen Film, dem alle mucksmäuschenstill lauschten.

Klar wurde auch, dass Religion im Leben der Schülerinnen und Schüler kein Randthema ist. Viele bezeichneten sich als religiös, zu konvertieren können sich die wenigsten vorstellen. Als sichtbar religiöses Symbol wurden sogar zwei kunstvoll gestaltete Fingernägel präsentiert.

Wir wünschen allen Schülerinnen und Schülern, die die Schule dieses Jahr verlassen, viel Erfolg für ihren weiteren beruflichen oder schulischen Weg. Danke für die offenen Gespräche, die Diskussionen und die Begegnung!

Ein besonderer Dank gilt auch dem engagierten Team um Maria Steindlmüller. Einen solchen Tag in den letzten Schulwochen zu organisieren und mit so viel Engagement und Herzlichkeit zu begleiten, ist ein echter Kraftakt. Wir haben gespürt: Dieses Engagement geht weit über das hinaus, was der Schulalltag ohnehin verlangt.